Ásgeir und nochmal der Blumenkohl – letzteren hatten wir doch schon. Da man sich eine Platte auch nicht nur einmal anhört, sei dem Blumenkohl hier mal ein erneuter Platz eingeräumt. Verwendet wird von dem Pflänzchen einfach alles. Der Blumenkohl ist wie viele andere Gemüsesorten ein Produkt, bei dem in der Verarbeitung viel zu viel weggeworfen wird.
Die klassischen Röschen werden wir einmal kochen und dann anbraten und mit gerösteten Semmelbröseln garnieren, ein anderes Mal zu einem Püree verarbeiten, das mit Macis und viel Butter gestampft wird.
Aus dem rohen, mittleren Strunk hobele ich mit einem Trüffelhobel ganz feine Scheibchen, die dann entweder nur in Haselnussöl und Harissa eingelegt werden, oder wie hier mit Kirschblütenessig (Rezept folgt mit der nächsten Kirschblüte) gepickelt und als Salat angemacht werden.
Die Blätter werden vom Stiel gezogen, ganz kurz blanchiert und dann wie der Strunk weiterverarbeitet. Die Möglichkeiten hier sind unendlich viele.
Und die dicken Blattstiele werden geschält, blanchiert und dann abgeflämmt. Sie sind enorm saftig und schmecken warm wie kalt.
Auf dem Teller liegt eine Beilage, ein Stück Rindfleisch mit einer Mole-Sauce, darum aber soll es hier gar nicht gehen. Das ist für den Blumenkohl vollkommen unerheblich. Als weitere Beilage gab es ein Süßkartoffelgratin mit viel Rosmarin und Thymian und mit Parmesan überbacken.
Neue Platte, neue Musik
Dazu lief die neue Scheibe von Ásgeir. Er hat bisher in seinen vielbeachteten Singer-Songwirter-Alben stets die Texte seines Vaters beeindruckend vertont. Hier löst er sich von dieser Tradition erstmals und hat zu den Stücken eigene Texte geschrieben. Nach wie vor nimmt Ásgeir die Zuhörer mit seiner Art zu singen gefangen, besticht durch seine nordisch-harmonische und sehr stilistische Musik. Hier und da wird dieses Unterfangen als Wagnis bezeichnet, ich sehe das als Weiterentwicklung und die ist grundsätzlich mal sehr gut gelungen.
Zehn Stücke sind enthalten, in denen Ásgeir über Vergangenheit nachdenkt und Hoffnung zur Zukunft hegt. Mit Gitarre und minimaler Begleitung stehen die Stücke für sich und repräsentieren eine neues und sicher nachdenkliches Album, dem zuzuhören Genuss und Erkenntnis bringen.

