Die Essenz der vergangenen Jahrzehnte – Seit ich denken kann, gibt es Pink Floyd und jetzt bringt David Gilmour ein Konzertalbum mit Stücken von eben dieser phänomenalen Band und seines neuen Albums Luck and Strange heraus. Was passt dazu besser, als Altes neu zu hören, Gewohntes neu zu kreieren und zu schmecken?
David Gilmour hat das Erbe von Pink Floyd in der Hand und lässt diese musikalischen Meisterwerke immer wieder neu erscheinen. Wo wir Beethoven und Mozart bewundern, wird das für Pink Floyd in der Musikgeschichte nicht anders oder gar minderwertiger werden. Ein ganzer Abend nur mit diesem Konzert befriedigt und entspannt dermaßen, dass es beinahe als Therapie wofür auch immer betrachtet werden könnte.
Polo Fino mit Maronen
Kulinarisch gehe ich dafür auf mein – neben Fisch beinahe ebenbürtig geliebtes – Polo Fino, das mit gerauchtem Paprika und Garam Marsala sowie einer Prise Zimt gewürzt im Topf brät. Gleichzeitig brate ich die Bio-Maronen in etwas Olivenöl an. Das Hähnchen verlässt den Topf und der von Tobias Kieferle wunderbar frisch geerntete Grünkohl wandert in die Bratenbasis. Minuten später, wenn der Grünkohle etwas eingefallen ist, kommt ebenfalls von Tobias die Süßkartoffel dazu. Währenddessen wandert das Polo Fino auf die Marone und wird da gemeinsam zu Ende gebraten. Auf die Grünkohl-Süßkartoffelmasse, die noch unverrührt im Topf köchelt, kommen die halbierten Kräutersaitlinge zum dünsten.
Dazu die Weinempfehlung von Matthieu Colas von lesvinsfrancais, ein absoluter Volltreffer. Der provencalische Joio fügt sich dermaßen elegant an das Geflügel, gibt ihm Unterstützung und steht trotzdem als kräftiger Begleiter dabei. Ganz große Klasse – ich denke für alle Arten von Hähnchenzubereitung. Der Wein unterstützt das Geschmackserlebnis auf wunderbare Art. Danke für die Empfehlung.
Und dann passiert das, was auch Jahrzehnte in meiner Küche üblich ist. Ein Mix aus Geschichte, aus Heimat, neuer Heimat, Regionen und der Liebe zu dem, was dort produziert wird. Das Polo Fino kommt mit den Maronen und den Saitlingen auf den Teller.
Zweiter Gang mit Grünkohl
Und im nächsten Gang gibt es den Grünkohl mit etwas Hähnchenfleisch und ganz ohne den im heimischen Münsterland üblichen Pinkel (Mettwurst). Dafür muss ein anderer Wein dazu kommen. Hier hatte Matthieu Colas die Empfehlung für den Rosé Magondeau, ein Wein, den ich jetzt nicht direkt mit Grünkohl verbunden hätte – da wäre eher was Rotes meine Idee. Aber ich muss mich korrigieren. Dieser Rosé trifft den Grünkohl auf Augenhöhe. Er bringt noch mehr Kraft und Unterstützung zum bissfesten Kohl mit den weichen Süßkartoffelzesten. Das passt perfekt und zeigt erneut, dass man nicht einfach in den Supermarkt gehen und Wein kaufen sollte, sondern sich von denen beraten lassen sollte, die ihren Wein kennen. Und da gehört Matthieu eindeutig dazu.
Pink Floyd und Grünkohl, dass das mal zusammenpasst, hätte ich auch nicht gedacht. Macht es einfach mal. Morgen wird der restliche Grünkohl verarbeitet. Gerade läuft noch „Coming back to Life“ von David Gilmour. Mal sehen…

