Rebellin trifft Oktopus – Patti Smith hat vor 50 Jahren ihr Album Horses auf den Markt gebracht. Sie kam aus dem Punk Londons, dem Dunstkreis Andy Warhols und folgt ihrer Kunst, Poetin und Rock-Musikerin zu sein. Der Arm eines Oktopusses trifft derweil auf Radicchio und das Sugo von Tomaten von Tobias Kieferles Viertelhektar.
50 Jahre ist es her, dass Patti Smith mit „Horses“ den Beginn einer Ära einläutete. Mit dem Produzenten von Velvet Underground, in der New Yorker Underground-Szene kommt „Gloria“ als tonangebendes Stück auf die Welt, die nur darauf gewartet hatte. Heute würde Trumps Wahnsinn eine Künstlerin wie diese einsperren oder ausweisen. Um so wichtiger ist, daran zu erinnern.
Solche Künstlerinnen brauchen wir
Umso mehr brauchen wir heute solche Künstler und Künstlerinnen, wie Patti Smith. Das Album „Horses – 50th Anniversary“ läuft, während der Radicchio in der Pfanne brät. Der Oktopus-Arm wird darauf verteilt, liegt auf einer Scheibe einer Amalfi-Zitrone, die mit Schale am besten schmeckt.
Aus den Tomaten von Tobias habe ich ein Sugo gekocht, das nur mit etwas Limettensaft und Shichimi togarashi, einer japanischen Gewürzmischung mit Chilli, aufgekocht wird. Darin würzt kurz ein Thymianzweig, ein Rosmarinzweig und ein Zweig von Ananassalbei, die später wieder herausgenommen werden.
Drei kleingehackte Knoblauchzehen kommen dazu und das Ganze wird anschließend püriert. Das Sugo spielt beim Geschmack eine große Rolle, spielt wunderbar mit seiner Säure und Tomatenaroma gegen die Bitternoten des Radicchios. Der Oktopus schmeckt auf Hochform in dieser Kombi. Ein bisschen frech und schräg, wie die Musik von Patti Smith.


