Wenn zwei Spitzenköche ihre Küchenkünste vereinen, entsteht mehr als nur ein Abendessen: Das „4-Hands-Dinner“ im Fränkel-Kochstudio begeisterte alle Sinne. Wenn Essen zu Genuss wird.
„4-Hands-Dinner“ war der Abend im Fränkel-Kochstudio überschrieben. Tatsächlich waren an diesem Abend weit mehr als nur vier Hände beschäftigt, den Gästen Genuss auf vielfältige Art zu bieten. Die beiden Sterneköche Silvio Germann aus Romanshorn (zwei Michelin-Sterne, Koch des Jahres 2024 der Schweiz, 18 Punkte Gault Millau) sowie Kevin Leitner aus Ravensburg (ein Michelin Stern und drei Hauben Gault Millau) waren mit ihren Teams angereist, um in Friedrichshafen ein sechs Gänge-Menü zu zaubern.
Wenn Essen zu Genuss wird
Das Ungewöhnliche daran: Alles fand im offenen Kochstudio bei Fränkel statt. Die Gäste konnten jeden Schritt der Zubereitung, die Kunst des Anrichtens und die Arbeitsweise der Köche nachvollziehen. Den Champagner gab es von Perrier-Jouët, die begleitenden Weine kamen vom Weingut Kress aus Überlingen.
Für Peter Buck, Geschäftsführer der Fränkel AG, ist es eine Herzensangelegenheit, den Menschen eine höhere Qualität beim Genießen von Essen zu vermitteln. Das Fränkel-Kochstudio bietet nicht nur Kochkurse für Erwachsene, sondern mit der Kinderkochschule schon für junge Kochkünstler viel Abwechslung. „Ich halte es für wichtig, dass die Kinder schon gute Qualität bei den Lebensmitteln erfahren. Und dass sie wissen, wie man mit den Produkten umgeht“, sagt Peter Buck.
Die Kunst des Fine Dining
An diesem Abend geht es um die hohe Kunst des Fine Dining. Auch wenn nur wenig auf den Teller kommt und man sich landläufig immer wieder über die Größe der Portionen in der Sterneküche lustig macht, war am Ende des Abends von Hunger keine Spur. Es ging auch nicht darum, die erlebten Kochkünste selbst täglich anzuwenden, auch wenn das ginge. Es ging darum, die Gastronomie mal unter anderem Blickwinkel zu betrachten, als dies in der jüngsten Vergangenheit meistens der Fall war.
Was kommt auf den Tisch, wie bereite ich etwas zu, damit es höchstmöglichen Genuss vermittelt? Letztlich waren es der Geschmack, die Anrichtungsweise und die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten, die im Fränkel-Kochstudio im Mittelpunkt standen und die zum Gesprächsthema wurden.
Ganz neue Erlebnisse
Eine Rechtfertigung der Sterne-Küche wurde nicht im Ansatz diskutiert. Schon nach den ersten Gängen war schnell klar, dass die Zubereitung der Gerichte – so zeitintensiv sie waren – auch in allen Fällen die große Erfahrung und Kreativität der Köche erfordert.
Sehr deutlich wurde auch, dass diese Sterneköche viel Zeit in ihre Rezeptentwicklung gesteckt haben, in die Techniken und Präsentationen. Das Argument, die Sterneküche sei allein Sache gut Verdienender oder der „oberen Zehntausend“, greift nicht, weil vieles, was im Fine Dining an Techniken und Rezepturen entwickelt wird, nach einiger Zeit Einzug in die Alltagsküche findet und diese maßgeblich verbessert und bereichert. Auch an die Qualität der Lebensmittel wird durch die gehobene Küche ein Anspruch gestellt, der es nicht erlaubt, minderwertige Lebensmittel auf dem Markt anzubieten.
Kochen ist Kunst
So sind an diesem Abend nicht nur die anwesenden Liebhaber der gehobenen Gastronomie zufriedengestellt worden. Es wurde in allererster Linie Kochen als Kunst und das Essen als Genuss vermittelt – etwas, das viel zu selten passiert.
Dieser Beitrag erschien in der Schwäbischen Zeitung Friedrichshafen und Ravensburg.

