Fünf Gänge mit sechs Freunden und einem Seeteufel. Der Fisch kommt hier her: L EPICERIE DE FAMILLE, eine wunderbare kleine Fischerei in Kerity, die in Familienhand herausragende Ware anbietet. Eben das, was gerade gefangen wurde. Und die Musik kommt vom Atlantik.
Fünf Gänge mit sechs Freunden und einem Seeteufel
Ich sag mal, das war so: Wir waren bereits bei Andrea und Thomas und auch bei Esther und Michael zu Gast, jeweils in wunderschönen Ferienhäusern. Und irgendwie sollte das nächste gemeinsame Essen, zu dem dann auch Helen und Felix kommen würden, bei uns auf dem Campingplatz stattfinden. Das größte Problem dabei war ein Tisch und sechs Stühle. Wir hatten nur das Zeug für uns dabei, wie das beim Campen halt so üblich ist. In der Eco-Küche war das alles gar kein Problem.
Als Vorspeise gab es Tamagoyaki, ein klassisches, in Schichten gerolltes japanisches Omelett, das leicht mit Mirin gewürzt war. Ich habe es in meiner rechteckigen Pfanne, der Makiyakinabe, schichtweise gebraten und nach jeder Eizugabe eingerollt. Das passt zwar klassisch zu Sushi, hier aber gab es zum einen eine vegetarische Variante mit Fromage Blanc und Peperoni. Ferner eine mit Fromage Blanc und Langustine.
Aus der Karkasse des Seeteufels und der Langustinenköpfe habe ich derweil einen Fond gekocht, der als Würze und Soße überall passen könnte
Den Seeteufel habe ich unter anderem zum Ceviche mit Pastis Marin verarbeitet. Das ist ein Rezept aus dem L’Amiral, das durch die Romane mit Kommissar Dupin berühmt wurde. Pastis Marin ist ein Anis-Aperitif aus der Bretagne, der sich durch die Zugabe von bretonischen Algen auszeichnet. Produziert von der Distillerie du Plessis in Quimper, bietet er mit 45 % Vol. eine feine, maritime Note, die ideal zu Fisch und Meeresfrüchten passt.
Die Artischocke bekam eine Sauce aus Mascarpone, Gorgonzola, Knoblauch, Orangensaft, Pfeffer und war mit Cointreau abgeschmeckt. Das ist mein ganz persönlicher Favorit für Artischocken, wenn man die Blätter zupft und auslutscht, um sich langsam zum Artischockenboden vorzuarbeiten. Beim Abschmecken mit dem Cointreau darf man ruhig großzügig sein.
Waren doch mehr als fünf Gänge
Vorher gab es ein Baguette mit Erdbeermarmelade und frisch gehacktem Knoblauch. Dieses Geschmackabenteuer habe ich hier schon mehrmals vorgestellt. Folgt einfach dem Link.
Die Sardinen waren am Rosmarinspieß gegrillt. Als Beilage habe ich frei nach einem Rezept von Heiko Antoniewicz, der dabei allerdings Lamm als Hauptbestandteil des Gerichtes hatte, einen Gurkensalat gemacht. Dazu wird die Gurke geschält und in längliche Streifen geschnitten, ohne die Kerngehäuse zu verwenden. Die Gurke wird leicht gesalzen und beiseite gestellt. Währenddessen geschälten und in Stücke geschnittenen Rhabarber in einem zum Hauptbestandteil passenden Fond – hier also der Fisch- und Langustinenfond – aufkochenund aus dem Fond nehmen. Anschließend mit den Gurken mischen und nur mit etwas Ahornsirup (Amber) abschmecken.
Weitere Teile des Seeteufels sind zusammen mit Garnelen gebraten und mit Limettenabrieb und einer aus dem Fond zubereiteten Soße sowie Süßkartoffelpüree und einem Algentopping serviert worden.
Die vegetarische Alternative dazu war ein Safran-Paprika-Risotto mit gegrillten kleinen Paprikaschoten.
Und zu dem Erdbeertartar gab es Kaviar mit weißer Schokolade. Auch das ist bereits in diesem Blog (Link) vorgestellt worden.
Ich schreibe das einige Tage nach diesem Abend, aber der beste Wein dazu wäre der Muscadet Sévre et Maine von @les_vins_francais. Die Fotos sind von @groslerphoto – Michael Grosler, Andrea Lessel, Seelenheil-Photographie, Helen Schneider und Felix Schmidt. Liebe Dank dafür. Und die Musik? Die Brandung, die Bretagne, das Land und die Menschen, die sich im Gegensatz zu uns hier einfach jeden Morgen grüßen. Bonjour.
Fünf oder mehr Gänge im Zeltanhänger von #campwerk und ein wunderbarer Abend, wir sollten von der Art und der Weise der Bretonen lernen. Liebe Grüße an die Fischerin in Kerity.


