Miles Davis kommt auf die Erbse – Sein Konzert 1991 in Vienne – festgehalten auf der vor kurzer Zeit erschienenen „Merci Miles – LIve in Vienne“ – ist eines seiner letzten Konzerte kurz vor seinem Tod im September des selben Jahres.
Dass Miles Davis immer schon gerne in Frankreich spielte und daraus auch nie einen Hehl machte, ist bekannt. Im Juli 1991 wurde er dann sogar zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt. Die Auszeichnung nahm der französische Kulturminister Jack Lang vor. Wie sich das in seinem Amt so gehört, statt wie dieser Clown in Berlin den Geheimdienst einzuschalten, wenn es um Auszeichnungen geht. Aber das ist eine andere traurige Geschichte. Kurz vor dieser Ehrung spielte Miles Davis mit seiner Band das Konzert. Die bestand aus Kenny Garrett (Saxofon), Deron Johnson (Keyboard), Foley und Richard Patterson (beide Bass) und Ricky Wellmann (Schlagzeug). Und das ist auf dieser Doppel-LP enthalten, funky, rockig, jazzig – eben Miles Davis der 90er, der dann viel zu früh gestorben ist. Zu hören sind auf der Platte auch die beiden von Prince geschriebenen Songs „Penetration“ und „Jailbait“.
Und was hat das mit der Erbse zu tun? Als ich Miles Davis in nicht Zimmerlautstärke auflegte, fiel mir sein pointiertes Spiel ein. Zwischen beinahe cremigen Teilen immer wieder der Punkt, die Basslinie, die Trompete und ergänzt durch das Schlagzeug. Irgendwie musste da was mit Erbse, Creme, Pasta und Garnele her. Und ich dachte an das Seminar mit Cornelia Poletto zum Thema Pasta.
Miles Davis kommt auf die Erbse
Der Pastateig (hier mal das Grundrezept) ist schnell gemacht, für Ravioli gibt es den Teig mit Ei, damit der geschmeidig bleibt. 200 Gramm Semola, 100 Gramm 00 oder 405er Mehl, ich hab das aus der Bretagne genommen, was wir aus der uralten Mühle mitgebracht hatten. Und dann etwas Salz und pro 100 Gramm ein Ei.
Für die Füllungen habe ich Sauerampfer aus dem Garten blanchiert, Schalotte und Knoblauch angeschwitzt und TK Erbsen dazugegeben. Alternative sind frische Erbsen, aber die zu bekommen ist hier ein Kunststück. Das Ganze wird kurz in Olivenöl geschwenkt, dazu der Saft einer halben Zitrone und mit Gemüse- oder Fischfond ablöschen. Ich hab dazu die gestern übrig gebliebene Fischsauce genommen, geht auch.
All das kommt dann in den Mixer und wird zu einem Püree verarbeitet – der sollte daher mindestens 25000 U/min können. Anschließend kaltstellen und die Ravioli damit füllen. Während der Pastateig geht (nach dem Kneten eine Stunde in Folie im Kühlschrank) bereite ich die Erbsen als Ganzes, dazu die kurz gebratenen roten Garnelen und die restliche Sauce zu, lass die Garnelen drei Minuten in gut gesalzenem Wasser köcheln und serviere alles zusammen. Das ist so auf den Punkt wie Miles Davis seine Noten trifft.

